Apple SNA•ps Konfiguration für 5250-Sitzungen

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Datei:5250term.gif
5250 Clientverbindung via SNA•ps
Datei:Snagw-run.gif
SNA•ps Gateway Fenster
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Kurz vor der Installation von SNA•ps

Apple SNA•ps ist eine Software, welche die Kommunikation von Apple Macs mit System 7.x mit IBM-Rechnersystemen ermöglicht. Die Kommunikation mit den Rechnern findet hierbei nicht wie heutzutage üblich über IP statt, sondern über Protokolle im Rahmen von SNA (Systems Network Architecture).[1]
Das Programmpaket wurde als Ergebnis einer erklärten Zusammenarbeit von IBM und Apple Anfang der 1990er Jahre von Orion Software programmiert.

SNA•ps gibt es zum einen als Gateway mit einer lizenzabhängigen Maximalanzahl von 8, 32 oder 64 LU-LU Sessions, zum anderen als Client für 5250 Terminal- und Druckservices als auch 3270 Terminalservices. Dieser Artikel konzentriert sich auf das Thema AS/400 bzw. 5250-Anbindung.

Das SNA•ps Gateway macht Ressourcen, die vom Mainframe oder der AS/400 via SNA PUs bzw. APPN/APPC bereit gestellt werden, im AppleTalk-Netzwerk verfügbar und umgekehrt. Somit muss nicht in jeden Mac eine (teure) Karte zur Anbindung an das SNA-Netzwerk eingebaut werden, zumal das in manchen Fällen gar nicht möglich ist (kompakte Macs wie der Plus haben keine oder nur eingeschränkte Erweiterungsmöglichkeiten. Zudem ist ggfs. die notwendige Netzwerkverkabelung evtl. nicht vorhanden.)
Beispiele für Clients sind die Terminalemulationen 3270, 5250), die dem SNA•ps-Clientpaket beiliegen: Damit können Macs, die nur im AppleTalk-Netzwerk (z. B. via LocalTalk) verbunden sind, Terminalsitzungen zu den SNA-Hosts aufbauen.
Ein Beispiel für die umgekehrte Richtung ist die Druckunterstützung. Der SNA•ps-Print Client emuliert einen IBM 8312-Drucker. Druckjobs, die von einer Druckerqueue auf dem Host dort hin versandt werden, können je nach dem über den in der Auswahl voreingestellten Drucker gedruckt, oder als Text in eine Datei gesichert werden. Dies war ein Weg, den seinerzeit sehr teuren Apple LaserWriter auch für Großrechner nutzbar zu machen.

Das Gegenstück zum SNA•ps Gateway ist eine Systemerweiterung SNA•ps Access. Die oben genannten Programme benutzen Routinen, welche diese Erweiterung zu Verfügung stellt. Das SNA•ps API kann somit auch von Drittanbietern genutzt werden. Ein Beispiel hierzu ist DAL für den Macintosh, welches verschiedene Protokolle für die Verbindung zur eigentlichen Datenbank benutzt; unter Anderem MacTCP (IP) als auch SNA (via SNA•ps Access).

Für die AS/400 existierten in den 1990er Jahren auch LocalTalk-Zusatzkarten und eine Erweiterung für OS/400, um den AppleTalk-Stack auch auf der AS/400 zu implementieren. Die Implementation auf der AS/400 entsprach dem SNA•ps Gateway, so dass kein Mac als Gateway benötigt wurde: Die notwendige Software lief komplett auf der AS/400.

Systemkompatibilität

Der SNA•ps 5250 Client benötigt zwingend System 7.0 oder höher. Unter System 6 erhält man eine entsprechende Meldung und der Client startet nicht. Der 3270-Terminalclient startet klaglos unter System 6.0.7.

Der Client funktioniert unter Systemen bis inkl. 8.1 und OpenTransport. Er läuft nicht mehr auf PowerPC-Macs. Der Start einer Verbindung lässt den Client mit einer unimplemented instruction abstürzen.

Eine Verbindung via TCP (möglich ab Client Version 1.1) provoziert bereits beim Verbindungsaufbau die Meldung, das Gegenüber könne kein 5250-Protokoll. Nachvollziehbar unter 7.6.1/OT/PPC als auch unter 7.1/MacTCP auf 68k.

Das Gateway selbst verlangt spezielle Hardware für die SNA-Netzwerkverbindung und ist daher eingeschränkt auf NuBus-Systeme.

Transport

Folgende Verbindungsmöglichkeiten werden unterstützt:

Phy Bemerkungen
SDLC Via Apple Serial NB-Karte
Token Ring Via Apple Token Ring 4/16 NB Karte
Twinax[2] Via Apple Koax/Twinax Karte

Alle diese Karten haben als Besonderheit eine eigene 68000 CPU und lokalen Speicher und entsprechen der Macintosh Coprocessor Platform Spezifikation. Auf der Karte läuft ein kleiner Prozess, welcher über Message Passing mit dem Gegenstück A/ROSE im Mac OS kommuniziert und Daten austauscht.

Als Besonderheit läuft ein Teil der SNA•ps-Software auf dem Prozessor der jeweiligen Karte. Zusammen mit dem Rest der Software auf Mac OS-Seite werden APPC-Sitzungen in AppleTalk verpackt und können so auch anderen Macs im lokalen Netzwerk zu Verfügung gestellt werden. Auch über Netzwerkverbindungen, welche kein SNA unterstützen wie z. B. LocalTalk.

Konfiguration

Datei:Cfg-snaps.gif
Übersicht des Konfigurationsfensters

Als Voraussetzung auf AS/400-Seite muss Autokonfiguration für Controller- und Gerätebeschreibungen erlaubt sein: Siehe dazu den Befehl WRKSYSVAL und die Variablen QAUTOCFG, QAUTORMT und QAUTOVRT. Ggfs. ist es sinnvoll, die Variablen QLMTDEVSSN und QLMTSECOFR anzupassen. Zudem wird eine funktionierende Token Ring-Verbindung vorausgesetzt. In der Leitungsbeschreibung muss der Parameter AUTOCRTCTL auf *YES stehen. Es wird empfohlen, den zugehörigen Parameter AUTODLTCTL auf *NONE zu setzen.
Mit dieser Vorbereitung spart man sich die mühsame und fehlerträchtige Konfiguration von Controller und Gerät für die Kommunikation mit dem Gateway auf Mac-Seite.

Die Konfiguration wird mit dem Programm SNA•ps Config erstellt und quasi schichtweise aufgebaut.

Es ist problemlos möglich, mehrere AS/400 in einem Konfigurationsdokument zu erfassen. Dazu müssen pro Maschine eigene Definitionen für

  • TR Lines,
  • Partners,
  • Remote 6.2 LUs,
  • Modes

erstellt werden. Local 6.2 LUs und TPs gelten für das gesamte Dokument.

Line

Datei:Cfg-line.gif
Line-Konfiguration

Zuerst wird die Line-Konfiguration erstellt. Der Name kann frei gewählt werden. Die Vergrößerung des Maximum I-Field Length-Parameters erhöht den Datendurchsatz und somit die Geschwindigkeit mit welcher Daten durch das Gateway weitergereicht werden. Der höchste akzeptierte Wert ist 4105 Bytes. In der Line Description der AS/400 (was der Line-Konfiguration von SNA•ps entspricht) steht in aller Regel 16393 Bytes. Der tatsächlich verwendete Wert wird dynamisch ausgehandelt.

Partner

Datei:Cfg-peer.gif
Partnerkonfiguration

Solange die erstellte Line markiert ist, kann im Partners-Feld nebenan die Beschreibung für die eigentliche Netzwerkverbindung zur AS/400 definiert werden. Dabei gelten folgende Parallelen zur AS/400-Konfiguration:

Partner-Parameter AS/400-Parameter
Name DSPNETA, Name des lokalen Kontrollpunkts (LCLCPNAME)
Link Address WRKLIND, Lokale Adapteradresse (der Token Ring Line) (ADPTADR)
Partner XID WRKLIND, Austausch-ID (der Token Ring Line) (EXCHID)
Gateway XID Selbst würfeln, muss mit 056 beginnen[3]
Gateway Network Name Selbst würfeln, ggfs. den Namen aus dem Kontrollfeld Gemeinschaftsfunktionen benutzen
Gateway Network Qualifier DSPNETA, Lokale Netzwerk-ID (LCLNETID)

Die Charakteristik muss auf Peer (Node Type 2.1) gesetzt werden. Die SAP Address bleibt auf 4.

Local 6.2 LUs

Datei:Cfg-loclu.gif
Lokale 6.2 LUs
LU-Parameter AS/400-Parameter
Name: PASSTHRU (wird im Kontrollfeld SNA•ps… der Clients benutzt)  
Network LU Name = Gateway Network Name aus der Partner-Konfiguration  
Network Qualifier DSPNETA, Lokale Netzwerk-ID (LCLNETID)

TPs

Datei:Cfg-tp.gif
Transaction Points

Die eben definierte Local 6.2 LU muss markiert sein, damit ein neuer Transaction Point erstellt werden kann.

  • Name: * (Sternchen)
  • Network Name = DSPNETA, Lokale Netzwerk-ID der AS/400 (LCLNETID)

Rest belassen.

Remote 6.2 LUs

Datei:Cfg-remlu.gif
Ferne 6.2 LUs

Der oben erstellte Partner muss markiert sein, damit eine zugehörige LU-Konfiguration erstellt werden kann.

  • Name = Name des Partners
  • Network LU name = Name des Partners
  • Network Qualifier = DSPNETA, Lokale Netzwerk-ID der AS/400 (LCLNETID)

Rest belassen.

Modes

Datei:Cfg-mode-batchsc.gif
Batch-Modusbeschreibung
Datei:Cfg-mode-intersc.gif
Interact-Modusbeschreibung

Die oben erstellte Remote 6.2 LU muss markiert sein, damit eine zugehörige Mode-Konfiguration erstellt werden kann.

Auf der AS/400 gibt es für deren eigenes Produkt Client Access eine passende Modusbeschreibung. In der Tabelle sind die passenden Werte eingetragen.

Mode-Parameter AS/400-Parameter in WRKMODD QPCSUPP-Werte
Name Name der Modusbeschreibung auf AS/400-Seite QPCSUPP
Maximum Sessions ≤ Maximale Anzahl Sitzungen (MAXSSN) 64
Contention Winner Lokal gesteuerte Sitzungen, sollte gleich den Maximum Sessions gehalten werden (LCLCTLSSN) 64
Prebound Sessions = Contention Winner (PREESTSSN) 0
Send Pacing Eingangsdosierwert (INPACING) 7
Receive Pacing Ausgangsdosierwert (OUTPACING) 7
Maximum RU Upper Max. Länge Anforderungseinheit (MAXLENRU). Falls dies auf *CALC gesetzt ist, 4096 in Maximum RU Upper eintragen. 4096

Rest belassen.

Aktivierung des Gateways

Nachdem die Konfiguration gesichert wurde, wird diese mit dem Programm SNA•ps Admin der vorhandenen physikalischen Verbindung zugeordnet. Pro SNA-fähiger Verbindungskarte wird im eingeblendeten Fenster Network Gateway Status eine Zeile angezeigt. Die gewünschte Zeile wird markiert und danach im Menü Gateway mit Select configuration… der oben erstellten Konfiguration zugeordnet.
Im selben Menü wird empfohlen, über den Punkt Change Settings…

  • dem Gateway einen schöneren Namen zuzuordnen und
  • alle Checkboxen bis auf Initially Log Line Trace unter Characteristics anzuknipsen.

Danach kann im Menü Gateway mit Start Gateway die Gatewaysoftware gestartet werden.

Es hat sich gezeigt, dass zumindest mit SNA•ps Version 1.1 das Ausprobieren von Konfigurationsinstellungen mit manuellem Stop und Start manchmal die Meldung provoziert, es wäre zu wenig Speicher vorhanden. Diese Aussage bezieht sich auf den lokalen Speicher auf der entsprechenden Netzwerkkarte. Anscheinend werden Ressourcen dort nicht zuverlässig überschrieben, nach einem Neustart des Rechners ist die Fehlermeldung weg.

Ebenfalls im Menü Gateway kann nun mit Show Gateway eine Übersicht über die vorhandenen Ressourcen angezeigt werden. Ein Beispiel ist im zweiten Screenshot ab Artikelbeginn zu sehen.

Screenshots

Client-Konfiguration SNA•ps 5250

Im Kontrollfeld SNA•ps Access/5250 kann in der Display Configuration auf Virtual Controller umgestellt werden. Der Controllername ist üblicherweise QPACTL01.

Datei:Dft-connsel.gif
Modaler Dialog zur Auswahl einer Standardsitzung

Die Clientkonfiguration beschränkt sich auf die Auswahl der Default Connection im Menü Pref(erence)s. Alternativ kann im Client die gewünschte Sitzung direkt konfiguriert werden (Session, Connection…).

Danach wird im Menü Session mit dem Punkt Connect die Verbindung zum vorab ausgewählten SNA-Gateway hergestellt. Nach einigen Sekunden wird der AS/400 Signon-Screen angezeigt.

Nebenbei können dann auch noch weitere Parameter gesetzt werden: Größere Schriftart bei entsprechend großen Monitoren, alternative Tastenbelegungen für kleine Mac-Tastaturen (hier bietet sich der Zehnerblock an), usw. Die Einstellungen können in einem Verbindungsdokument gesichert werden. Beim Öffnen eines solchen Dokuments wird die Sitzung automatisch aufgebaut.

Alle weiteren Einstellungen können je nach Gusto vorgenommen werden.

Client-Konfiguration SNA•ps Print

Der Print-Client ist nur in der Paketversion 1.0 enthalten. Damit können Druckjobs flexibel gehandhabt werden.

Im Kontrollfeld SNA•ps Access/5250 muss in der Printer Configuration, Printer Device List… ein Drucker konfiguriert werden. Dieser sollte auf der AS/400 nicht existieren, damit er mit den richtigen Parametern angelegt wird.

Nach dem Start von SNA•ps Print wird nach einem Dateinamen für die nun neu angelegte Druckerverbindung gefragt. Dieses Dokument entsprechend sichern.

Danach wird im Menü Session mit dem Punkt Connect die Verbindung zum vorab ausgewählten SNA-Gateway hergestellt. Die AS/400 legt eine Druckergerätedatei (*DEVD) und eine entsprechende Ausgabewarteschlange (*OUTQ) an. Alles was dort reingestellt wird, landet in der Druckroutine von SNA•ps Print.

Fehlerquellen

  • Die Benutzung von Trawl auf dem Gatewayrechner selbst bringt u. U. AppleTalk ins Schleudern, sodass das Gateway nicht mehr im Managertool auftaucht. Dann hilft nur ein Reboot des Gateway-Rechners.

Weblinks

Fußnoten

  1. Neuere Versionen vom SNA•ps 5250 Client unterstützen auch IP/tn5250 als Transportweg.
  2. 5250-Sitzungen über Twinax werden nicht unterstützt.
  3. Dieser Wert wird beim ersten Start per Autokonfiguration auf die AS/400-seitige Controllerbeschreibung übernommen.