AS/400 Installation

Aus Knowledgebase
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eine AS/400 von Grund auf zu Installieren ist nicht weiter schwer, will aber geplant sein. Hier beschreibe ich neuere Modelle mit schwarzer Gehäuseverkleidung. Die hier wiedergegebenen Vorgehensweisen wurden mit OS/400 V4R5 getestet.

Der Artikel ist derzeit noch im Aufbau. Wenn dieser Hinweis gelöscht wurde, erachte ich ihn als fertig genug.

Voraussetzungen:

  • AS/400 (z. B. Modell 9401-150, klein, Leistungsaufnahme je nach Disks um die 100 W) mit
    • passenden Disks,
    • CD-Laufwerk,
    • Twinax-Terminal mit Tastatur und DB-15 auf Twinax-Adapter,
    • Twinax-Breakout-Klotz passend zur verbauten Twinax-Karte in der Hardware,
    • Twinax-Kabel mit ausreichender Länge,
    • Lizenzberechtigung,[1]
    • Installationsdatenträgern für das lizensierte OS:
      • I_BASE-01 (LIC)
      • B2929-01 (OS/400)
      • B2929-02 (OS/400 and other programs)
      • B2929-03 (OS/400 andother programs)
      • L2929-01 (German Keyed Products)
      • Nxxxx-0x (Secondary Langanguage, z. B. 2924 = US, optional)
      • F2929-01 (Licpgm)
    • PTF-Datenträger (Patches)
  • Zeit, am besten einen verregneten Wochenendstag. Die Installation dauert je nach Modell erheblich lang und es sind zwischen Pausen immer wieder Aktionen und Bestätigungen notwendig,
  • Platz
    • für die AS/400 bzw. deren CD-Laufwerk in Reichweite des Terminals,
    • ein bequemer Platz für das Terminal (die Konsole), sinnvollerweise mit einem browserfähigen Gerät in der Nähe zwecks Recherche. Die AS/400 ist laut, daher ist es von Vorteil, wenn sie nicht da steht, wo man eigentlich seine Ruhe haben möchte, auch nicht zur Installation.

Aufbau

Der Twinax-Klotz wird mit dem passenden Port an der AS/400 verbunden. Das Twinax-Kabel wird mit Port 0 am Breakout-Klotz verschraubt (Achtung, eine Nase in der Buchse bzw. Aussparung im Stecker legt die Ausrichtung fest!). Das andere Ende des Twinax-Kabels wird mit dem DB-15-Adapter verschraubt und dieser wiederum am Terminal hinten angeschlossen. Am Terminal wird auch seitlich die Tastatur angeschlossen und schlussendlich alles mit passenden Kabeln mit Strom versorgt.

Es lohnt sich, vorab die Twinax-Stecker auf abgebrochene oder locker sitzende Kontaktstifte zu prüfen. Ebenso sollten keine Stiftreste mehr in den Kupplungen stecken. Vermeidet hinterher Ärger und Enttäuschung.

Die Stifte sollten 4-5 mm aus der Kunststoffgrundscheibe herausragen. Tun sie das nicht, ist eventuell die Zugentlastung ausgeleiert. Sitzt das Kabel locker und die Stifte bewegen sich mit? Dann Kabel tauschen oder Stecker zerlegen und die Zugentlastung fixen.

Terminal/Konsole

Die Leertaste auf der Tastatur drücken und gedrückt halten, gleichzeitig das Terminal einschalten. Nach einer Weile wird ein Menü eingeblendet, mit dem u. A. die ID des Terminals geändert werden kann. (Die Leertaste loslassen.) Die ID muss 0 sein für die primäre Sitzung, die andere ID ist vorerst irrelevant. Mit F3 die Konfiguration verlassen.

Steuerkonsole

Die Maschinen haben seit jeher eine Gruppe von Bedienelementen auf der Frontseite:

  • Taste ↑
  • Taste ↓
  • Taste Eingabe,
  • LC-Display zur Ausgabe von System Reference Codes (SRC),
  • Einschaltknopf ⌽,
  • LED (grün) mit einer Art Treppenstufen (Hauptprozessoraktivität),
  • LED (gelb) mit einem senkrechten Strich, in der Hälfte seitlich leicht versetzt (Systemkontrolle).

Direkt beim Verbinden der AS/400 mit der Stromversorgung wird das LCD grün beleuchtet.

Wenn die Maschine 0000BBBB anzeigt und möglicherweise die Systemkontrolle-LED leuchtet ist dies nicht weiter schlimm. Dann ist lediglich die Pufferbatterie auf dem Systemboard leer und kann durch eine neue vom Typ CR2450 ersetzt werden.

Ansonsten sollten auf dem Display zwei Buchstaben und zwei Ziffern dargestellt werden wie z. B.

01   B N

Mit dem Panel können etliche residente Konfigurationen der Serviceprozessorkarte durchgeführt werden (NVRAM!). Wildes Gedrücke ist dringend zu vermeiden!

  • 01 - Aktuelle IPL-Parameter anzeigen
  • B - (A B C D) IPL-Quelle
  • N (N M) IPL-Modus

Mit ↑ wird nun von 01 auf 02 hochgeblättert und danach Eingabe gedrückt. Nun kann mit ↑ oder ↓ der IPL-Modus auf D M gesetzt werden: IPL von CD-ROM, manueller Modus. Diese Auswahl durch Betätigung von Eingabe wiederum bestätigen und die Maschine mit ⌽ einschalten. In das CD-Laufwerk wird nun ohne Hektik die I_BASE-CD eingelegt.

Basis-Installation

Die Maschine zeigt im Display via Hexziffern, was sie grad so alles tut. Nach (je nach Modell und Ausstattung) fünf bis fünfzehn Minuten erscheint auf der Twinax-Konsole eine Ausgabe.

  • Wenn die eingebauten Platten komplett gelöscht (formatiert) waren, dann erscheint ein Begrüßungsbildschirm mit einer Auswahlmöglichkeit des Sprachenzusatzes für die Installation. Den Standardwert sollte man belassen, da sich auf den CDs vermutlich keine weiteren Sprachen befinden und die Installation daher fehlschlagen dürfte.
  • Wenn auf mindestens einer der Platten eine Installation vorgefunden wurde, wird stattdessen ein Auswahlmenü angezeigt.

Bestätigen mit der Datenfreigabe-Taste (an Position der rechten Ctrl-Taste auf der Terminaltastatur). Die Returntaste bewegt den Cursor nur zwischen mehreren Eingabefeldern, ähnlich wie die Tabtaste.

Danach wird das Menü für die LIC-installation gezeigt. Mit Punkt 1 (1 tippen und danach Datenfreigabe) das Submenü der LIC-Installation aufrufen. In diesem mit Punkt 2 LIC installieren und System initialisieren weitermachen. Die nachfolgenden wollen-sie-wirklich-Abfragen entsprechend beantworten. Nun wird die Load Source Disk formatiert und der LIC installiert, was ca. 20 Minuten dauert.

Im Anschluss wird eine Meldung bezüglich der Plattenkonfiguration angezeigt. Diese mit F10 bestätigen.

Danach wird das Menü IPL oder Systeminstallation angezeigt. Hier Punkt 2 auswählen, um das Basisbetriebssystem zu installieren. Im Anschluss erfolgt eine weitere Abfrage bezüglich der Plattenkonfiguration. Hier Punkt 4 auswählen, damit alle vorhandenen Disks gemeinsam benutzt und die Daten entsprechend verteilt werden. Die folgende Abfrage ob man das wirklich möchte ebenfalls (mit F10) bestätigen.

Nun werden die Disks in den Speicherpool integriert und das Basisbetriebssystem installiert. Ggfs. die nächstfolgende CD einlegen, falls verlangt.

Nach der Installation wird eine Anmeldeanzeige eingeblendet, ohne Passwortfeld. Anmelden mit qsecofr. Bei Aufforderung das Passwort zu ändern, dieses tun. Das alte Passwort ist (wie der Login auch) qsecofr.

In Anschluss wird eine weitere Maske eingeblendet, in der man das aktuelle Datum und die Zeit eintragen möchte. Dies bitte tun. Die Felder für Systemstart mit eingeschränktem Betrieb auf Ja setzen, Ausgabeprogramme sollen nicht gestartet werden. Man möchte das System beim IPL definieren. Das Formular dann mit der Datenfreigabetaste wie gehabt absenden.

Die Maschine startet die auf Disk installierten Programme. Fehlermeldungen, dass QHLPSYS nicht gefunden wurde, können bestätigt und ignoriert werden: Das OS ist ja noch nicht komplett installiert.

Wenn alles soweit glatt gelaufen ist, wird das Hauptmenü angezeigt. Die Installation kann nun fortgeführt oder die Maschine heruntergefahren werden, um zu einem späteren Zeitpunkt fort zu fahren.

TCP/IP bei IPL mitstarten

Es gibt zwei Wege, dies zu tun:

Vorgestarteten Job hinzufügen

  • Qpmgr darf strtcp benutzen
grtobjaut obj(qsys/strtcp) objtype(*cmd) user(qpgmr) aut(*use)
  • Jobbeschreibung einer Jobqueue zuordnen
chgjobd jobd(qsys/qtocstrtcp) jobq(qsys/qsysnomax)
  • Autostarteintrag hinzufügen
addaje sbsd(qsys/qsyswrk) job(struptcpip) jobd(qsys/qtocstrtcp)

Anpassen der Startdatei

Einfügen folgender zwei Zeilen (fett dargestellt):

0034.00      QSYS/RLSJOBQ JOBQ(QGPL/QS36EVOKE)
0035.00      MONMSG MSGID(CPF0000)
0036.00    QSYS/STRTCP
0037.00    MONMSG MSGID(CPF0000)
0038.00      QSYS/STRCLNUP

Glossar

ASP = Auxiliary storage pool, ein logisches Volume aus mehreren Disks bestehend.

IPL = Initial Program Load, aka Booten.

LIC = Licensed Internal Code, das Basisbetriebssystem, welches u. A. die Hardware vom eigentlichen OS entkoppelt.

PTF = Program Temporary Fix.

QSECOFR = Q (für IBM-Objekte) SECurity OFficeR - das root-Äquivalent der AS/400.

Unsortiertes

Die Festplatten haben 520 bzw. 522 Bytes pro Sektor, keine 512. Wenn der Disk-Vendor mit was anderem als IBM beginnt, wird die Disk komplett ignoriert.

Das vorhandene SLR-Bandlaufwerk kann problemlos durch ein Laufwerk mit anderer Bandtechnik ersetzt werden, wie z. B. DDS oder DLT VS. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Maschine die Daten auch schnell genug von den Platten gelesen bekommt, damit das Laufwerk nicht immer wieder anhalten und neu ansetzen muss. Ich habe mit einem DDS1-Laufwerk mit Datenkompression an einer 9401-150 gute Erfahrungen gemacht.

Fußnoten

  1. Bezüglich der Lics:

Weblinks